Der Zoo Leipzig gehört zu den schönsten zoologischen Einrichtungen in Deutschland. Besonders das Pongoland gilt seit seiner Eröffnung vor 25 Jahren als Vorzeigeprojekt in der Haltung von Menschenaffen.
Besucher erleben hier eine beeindruckende Nähe zu Gorillas, Schimpansen und Bonobos, wissenschaftlich begleitet und unter höchsten Standards. Doch jetzt gibt es erneut traurige Nachrichten aus dem Pongoland! Innerhalb weniger Tage musste der Zoo den Verlust zweier Gorillas verkraften.
Zoo Leipzig: Kibara stirbt nur wenige Tage nach Kio
Am Donnerstag (3. April) ist Gorillaweibchen Kibara im Alter von 21 Jahren gestorben. Bereits vergangene Woche hatte der Zoo Leipzig den Tod des Gorillamännchens Kio bekannt gegeben (wir berichteten). Beide Tiere zeigten ähnliche Krankheitssymptome. Kibara wirkte abgeschlagen, fraß kaum noch und wurde tiermedizinisch intensiv betreut.
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Doch wie schon bei Kio schlug auch bei ihr die Behandlung nicht an. Während einer Vollnarkose zur weiterführenden medizinischen Untersuchung wachte Kibara nicht mehr auf. „Wir sind bestürzt und sehr traurig über den doppelten Verlust in der Gorillagruppe. Mit solch einem Geschehen sind wir in den letzten 25 Jahren seit dem Bestehen von Pongoland noch nicht konfrontiert worden. Wir tun alles, um die medizinischen Ursachen der Todesfälle zu klären und die übrige Gruppe zu schützen“, erklärte Zoodirektor Prof. Jörg Junhold laut offizieller Mitteilung des Zoos Leipzig.
Gorillagruppe unter engmaschiger Beobachtung
Die pathologischen Untersuchungen des zuvor verstorbenen Gorillamännchens Kio sind laut Zoo Leipzig noch nicht abgeschlossen. Bei Kibara vermuteten die Tierärzte eine Entzündung im Darmbereich. Eine endgültige Diagnose liegt bislang nicht vor.
„Wir sind mit den veterinärmedizinischen Spezialisten des Europäischen Zooverbandes EAZA in Kontakt ebenso wie mit Experten aus anderen Zoos mit großer Erfahrung in der Gorillahaltung“, sagte Dr. Andreas Bernhard, Tierarzt des Zoo Leipzig.
Gorillagruppe unter engmaschiger Beobachtung
Die verbleibenden vier Tiere der Gorillagruppe des Zoo Leipzig stehen unter intensiver tierärztlicher Kontrolle. Laut Dr. Bernhard wirkt die Gruppe nach den Todesfällen niedergeschlagen und angespannt. Ob weitere medizinische Gründe vorliegen, ist derzeit noch offen.
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Prof. Junhold kündigte an: „Alle beteiligten Menschen wie auch Tiere müssen die Verluste verarbeiten und benötigen Zeit, so dass die vier Gorillas je nach Situation in den kommenden Tagen auch nicht zu sehen sein können und auch unsere Mitarbeitenden bei Bedarf Unterstützung bekommen.“