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Thüringer Sehenswürdigkeit verkündet traurigen Abschied! „Großes Bedauern“

Ein Thüringer Touristen-Hotspot verliert die Frau an seiner Spitze. Sie verlässt ihren Posten auf eigenen Wunsch. Hier alle Infos.

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© IMAGO/Paul-Philipp Braun

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Mehrere Jahre lang war sie die Frau, ohne die in der Burg so gut wie gar nichts lief. Sie lenkte die Geschicke der wahrscheinlich größten Touristen-Attraktion in Thüringen. Jetzt verlässt Franziska Nentwig ihren Posten als Burghauptmann, beziehungsweise Burghauptfrau auf der Wartburg.

Am 30. Juni 2025 wird ihr letzter Tag sein. Sie verlässt ihre Tätigkeit auf dem Thüringer Touri-Hotspot auf eigenen Wunsch und „mit großem Bedauern“, wie das Kulturministerium mitteilt. Mehr zu den Hintergründen der Entscheidung liest du hier.

Thüringer Touri-Hotspot verliert seine Chefin

Ihren Amtsantritt hatte Nentwig im Sommer 2021. Seitdem setzte sie sich nach Angaben des Kulturministeriums für eine durchgehende Modernisierung und Öffnung der Wartburg ein. Mit ihr gingen die Besucherzahlen auch nach und nach hoch. Zu den Highlights unter ihrer Führung gehörten unter anderem die Sonderausstellungen „Luther übersetzt“ (2022), „Mythos Wartburg“ (2023) und „Thüringer Burgenland“ (2024). Auch der Spiel- und Wissensweg „Eselei“, den Besucher seit 2023 am Fuße der Wartburg finden, geht auf das Konto Nentwigs.

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„Franziska Nentwig hat mit ihrer Arbeit wesentliche Entwicklungen angeschoben und Weichen für die Zukunft der Wartburg gestellt“, lobt das Ministerium. So konnte sie sich zum Beispiel knapp fünf Millionen Euro aus dem parlamentarischen Förderprogramm „KulturInvest2023“ unter den Nagel reißen. Diese wurden vom Land Thüringen noch einmal auf zehn Millionen Euro aufgestockt und werden unter anderem für die Sanierung des Palas eingesetzt. Er gilt als der historisch wertvollste Teil der Burg.

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Die Thüringer Wartburg verliert ihre Frau Burghauptmann Franziska Nentwig. (Archivbild) Foto: IMAGO/Paul-Philipp Braun

Das ist der Grund für den Abgang

Zu den Schattenseiten ihrer Amtszeit zählte der Skandal um das Luxus-Hotel auf dem Wahrzeichen. Die Einrichtung stand unter anderem wegen Mobbingvorwürfen und einem mutmaßlichen schlechten Betriebsklima in den Schlagzeilen (HIER liest du mehr dazu). Monate später folgte dann der Insolvenzantrag. Nentwig musste die Auseinandersetzung damals noch führen, als sie bereits schwer erkrankt war. Ihre Krankheit war schließlich auch der Grund, warum sie sich dazu entschloss, ihren Chefsessel auf der Wartburg zu verlassen.


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„Da sie noch Zeit zur weiteren Rekonvaleszenz benötigt, hat sie im Interesse der Wartburg-Stiftung um die Aufhebung ihres Vertrages gebeten“, heißt es vom Thüringer Kulturministerium. „Mit Frau Dr. Nentwig verliert der Freistaat eine engagierte Kulturmanagerin und eine leidenschaftliche Frau Burghauptmann, die die Wartburg in den vergangenen Jahren mit großem Einsatz geprägt hat“, erklärte Minister Christian Tischner. „Ich danke ihr ausdrücklich für ihr herausragendes Engagement und ihre Verdienste um dieses bedeutende Kulturerbe. Besonders wünsche ich ihr nun die nötige Zeit zur vollständigen Genesung sowie für ihren weiteren Weg Gesundheit und alles Gute.“