Tennislegende Boris Becker sorgt regelmäßig für Schlagzeilen. Diesmal polarisiert er mit einem Beitrag auf der Plattform X (ehemals Twitter). Becker griff die Behauptung auf, dass Adolf Hitler den Zweiten Weltkrieg überlebt habe und nach Südamerika geflohen sei. Becker kommentierte den Post mit den Worten: „Wow … Was ist falsch an all den Filmen, die behaupten, Hitler starb in Deutschland & Österreich…“ – dabei sei diese Annahme eigentlich längst widerlegt!
Nach heftiger Kritik löschte er den Beitrag. Anschließend ließ er über seinen Anwalt Christian-Oliver Moser mitteilen, dass er keineswegs die Verschwörungstheorie bezüglich Hitler unterstützen wollte. Boris Becker sei lediglich überrascht über den Inhalt des ursprünglichen Posts gewesen. Das berichtet die britische Zeitung „The Times“. Moser erklärte gegenüber der „Bild“-Zeitung: „Er wollte mit seinem Tweet seine Verwunderung über die Äußerungen (…) zum Ausdruck bringen, da dann ja alles falsch wäre, was er jemals über den Tod von Adolf Hitler in sämtlichen Filmen gelernt hat.“ Boris Becker bedauere das Missverständnis und habe den Tweet daher sofort gelöscht.
Mehr dazu hier: +++ Weidel redet sich bei RTL über Hitler um Kopf und Kragen – „Meinen Sie das ernst?“ +++
Ursprung der wilden Spekulationen
Die Vorstellung, dass Hitler den Krieg überlebt habe und nach Argentinien geflohen sei, entstand unmittelbar nach Kriegsende. Zudem wurde sie teils durch sowjetische Desinformation genährt. Zahlreiche Historiker und offizielle Untersuchungen bestätigen, dass Hitler am 30. April 1945 in seinem Berliner Bunker Suizid beging – dennoch halten sich derartige Mythen hartnäckig. Tatsächlich flohen einige hochrangige NS-Verbrecher, wie Adolf Eichmann und Josef Mengele, über sogenannte „Rattenlinien“ nach Südamerika, insbesondere nach Argentinien. Diese realen Fluchten boten Nährboden für Spekulationen über Hitlers angebliche Flucht, wie die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erläutert.
Die Theorie über Hitlers Flucht nach Argentinien wurde in den letzten Jahrzehnten immer wieder aufgegriffen. Besonders umstritten war die 2011 erschienene Dokumentation „Hunting Hitler“ auf dem History Channel. Darin wurden verschiedene Indizien untersucht. Handfeste Beweise gab es jedoch nie. Diese mediale Aufbereitung sorgte für eine erneute Welle von Spekulationen und verfestigte die Theorie in einigen Verschwörungskreisen.
Weitere Verschwörungstheorien über Hitlers Verbleib
Ein weiterer Grund für die anhaltende Popularität dieser Behauptung ist die Faszination für unaufgeklärte historische Mysterien. In den sozialen Medien finden solche Geschichten schnell Anklang. Vor allem, wenn prominente Persönlichkeiten wie Boris Becker sie kommentieren und somit weiterverbreiten. Dabei wird oft übersehen, dass wissenschaftliche Untersuchungen bereits seit Jahrzehnten belegen, dass Hitler tatsächlich in Berlin gestorben ist, wie „n-tv“ berichtet.
Neben der Argentinien-Theorie existieren weitere bizarre Behauptungen über Hitlers Schicksal. Einige Verschwörungstheorien behaupten, er habe sich in die Antarktis zurückgezogen oder lebe im Erdinneren weiter. Diese Geschichten entbehren jedoch jeglicher wissenschaftlicher Grundlage und werden von Historikern klar zurückgewiesen. Das berichtet das Magazin „Stern“.
Um den zahlreichen Verschwörungstheorien entgegenzutreten, führten französische Wissenschaftler Untersuchungen an Hitlers Gebissfragmenten durch, die in Moskau aufbewahrt werden. Laut einem Bericht von n-tv aus dem Jahr 2018 bestätigten die Forscher zweifelsfrei, dass Hitler 1945 gestorben ist. Der Rechtsmediziner Philippe Charlier erklärte: „Er ist nicht in einem U-Boot nach Argentinien geflohen, er ist nicht in einem versteckten Stützpunkt in der Antarktis oder auf der Schattenseite des Mondes.“ Die Authentizität der Zähne wurde durch den Abgleich mit Röntgenbildern von Hitlers Kopf aus dem Jahr vor seinem Tod bestätigt.