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Zwei üble Gewalt-Vorfälle zeigen, was in Deutschland außer Kontrolle gerät

Wie unsicher ist es auf Deutschlands Straßen? Je nach Milieu und politischer Filterblase unterscheidet sich die Wahrnehmung beachtlich.

© IMAGO/Tim Oelbermann

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Es verstärkt sich der Eindruck, dass die Gewaltbereitschaft auf Deutschlands Straßen zunimmt. Die gefühlte Sicherheit der Menschen nimmt ab, auch wenn ein Blick auf Polizeistatistiken vergangener Jahrzehnte eigentlich alles relativiert. Früher war nicht alles besser – im Gegenteil! Trotzdem, und das sind auch Fakten, verzeichnet die Polizeiliche Kriminalstatistik (PSK) für 2024 einen erneuten Anstieg der Gewaltdelikte um 1,5 Prozent auf 217.277 Fällen.

Während die eine Filterblase vor allem Ausländerkriminalität und hier insbesondere Messertaten und gewaltbereite Asylbewerbern in den Fokus nimmt, warnt die andere Filterblase vor einem Rechtsruck im Land. Die Gewaltbereitschaft der rechtsextremen Szene, vor allem in Ostdeutschland, steige. Die Rede ist von einer Rückkehr der „Baseballschlägerjahre“.

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Schwarzer Polizist in Sachsen-Anhalt angegriffen

Zwei aktuelle Gewalt-Fälle, die in den jeweiligen Filterblasen geteilt und heiß diskutiert werden, stehen exemplarisch dafür, was im Land nicht stimmt und außer Kontrolle gerät. Es geht in beiden Fällen um Einschüchterungen und die Einnahme des öffentlichen Raumes durch aggressives Verhalten.

Da wurde in Halle (Saale) ein Pärchen auf einem Supermarkt-Parkplatz von einer Gruppe (20, 23 und 33 Jahre alt) rassistisch beleidigt und angegriffen. Der Vorfall in Sachsen-Anhalt ereignete sich am 24. März. Laut „Mitteldeutscher Zeitung“ handelte es sich bei dem Mann um einen schwarzen Polizisten, der privat mit seiner Freundin einkaufen war.

Das Trio grölte fremdenfeindliche Parolen und zeigte den Hitlergruß. Dann zog ein 23-Jähriger einen Teleskop-Schlagstock und attackierte damit den schwarzen Polizeibeamten, der leicht verletzt wurde. Erst als sich Einsatzkräfte der Polizei näherten, sind die Täter geflüchtet und wurden später gefasst.

Selbstjustiz in Dortmund: Plötzlich tauchen rund 100 Menschen an Unfallort auf

In der Dortmunder Nordstadt spielte sich dagegen am Montagabend ein Fall ab, der vor allem in rechten Kreisen deutschlandweit viel Aufmerksamkeit erfährt. Eine Frau fuhr mit ihrem Auto einen Jungen (4) leicht an, der unvorhersehbar auf die Straße gelaufen war. Plötzlich versammelten sich erst rund 30, später etwa 100 Menschen am Unfallort.

Statt für den verletzten Jungen einen Krankenwagen zu rufen, bedrohte die Mutter (20) des Kindes die Autofahrerin und ihren Beifahrer. Voller Zorn riss die rumänische Staatsbürgerin die Beifahrertür auf und trat auf den Beifahrer ein. Sie versuchte ihn laut Polizei sogar aus dem Wagen zu zerren.


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Mehrere Streifenwagen-Teams der Polizei mussten zum Unfallort fahren, um die Lage zu beruhigen. Erst die Beamten riefen dann auch einen Krankenwagen für das Kleinkind. Es wurde vorsorglich in die Klinik gebracht. Aus Sicht des migrationsfeindlichen Milieus ist dieser Gewalt-Vorfall erneut ein Beleg dafür, dass man manche Stadtteile in deutschen Großstädten mittlerweile meiden müsse.