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Ekel-Alarm bei Kaufland: Bilder zeigen große Missstände – „Mir wird schlecht!“

Eine RTL-Recherche des „Team Wallraff“ deckte in 48 von 50 Kaufland-Filialen ekel- und besorgniserregende Zustände auf.

© IMAGO/Steinsiek.ch

Kaufland: Die Erfolgsgeschichte der Supermarktkette

Die Lebensmittel-Einzelhandelskette Kaufland wurde 1968 gegründet und hat seinen Hauptsitzt im baden-württembergisch Neckarsulm. In diesem Video stellen wir dir das Unternehmen vor.

Das „Team Wallraff – Reporter undercover“ war wieder unterwegs! Nachdem bei RTL und Stern „zahlreiche Hinweise sowie Hintergrundgespräche mit Insidern“ eingingen, die massive Hygiene-Missstände bei Kaufland meldeten, startete die Mission. Rund ein Jahr lang recherchierte das Team um Enthüllungsjournalist Günter Wallraff bundesweit, was an den Ekel-Vorwürfen dran ist.

Am Donnerstagabend (3. April) bekamen die RTL-Zuschauer das Ergebnis serviert – und es wird ihnen gar nicht geschmeckt haben. Denn die Undercover-Reporter haben in den insgesamt 50 getesteten Kaufland-Filialen in zwölf Bundesländern erschreckende Bilder und Ergebnisse erzielt.

Reporterin gibt sich als Kaufland-Mitarbeiterin aus

In über 80 Prozent der Fälle! hätten die Journalisten mit Schimmel befallene Kühltruhen vorgefunden. Zudem schleuste das Undercover-Team Reporter als Mitarbeiter in Kaufland-Filialen ein, die Zeugen wurden, wie schimmlige Lebensmittel in den Verkauf gelangten, Kühlketten unterbrochen wurden und mangelnde Hygienemaßnahmen die Lebensmittelsicherheit riskierten.

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Im saarländischen Homburg bekommt die Walraff-Reporterin Lina im Juli 2024 einen Job in der dort ansässigen Kaufland-Filiale. Unter anderem soll sie die Brötchen-Rohlinge aus dem Lager holen, um diese den Kunden in der Auslage zu servieren. Dabei entdeckt und dokumentiert sie jedoch Ekel-Zustände, die wohl jedem Kunden sofort den Magen umdrehen würden.

Unter den Kisten mit Brot liegt überall auf dem Boden eingetrockneter und frischer Mäusekot. Doch das ist noch nicht alles: Auch die Rollys, in denen das Brot gestapelt ist, sind komplett verklebt mit Tierfäkalien. Das Brot ist zwar eingeschweißt und sollte so sicher sein, doch der Mäusekot befindet sich gleich neben der Folie, in die der Kunde die Backware oftmals einpackt. Bei dem Anblick überkommt es die junge Journalistin beinah selbst: „Mir wird schlecht!“ Informanten schickten sogar Bilder von einer toten Maus auf einer Toastbrotverpackung.

Ekel-Zustände offenbar bekannt – Kaufland bezieht Stellung

Im Gespräch mit einer Kaufland-Kollegin in Homburg wird deutlich, dass die Mäuseplage kein Einzelfall und längst bekannt ist. Laut den RTL-Reportern seien auch die Behörden bereits über die Missstände alarmiert und die Stadt Homburg habe aufgrund des Nagerbefalls Ermittlungen eingeleitet. Lebensmittelkontrolleur Bernd Stumm rät in so einem drastischen Fall die sofortige temporäre Schließung der Filiale, damit der Schädlingsbekämpfer „24 Stunden Tabula rasa machen kann“. In einer Stellungnahme von Kaufland hieß es, dass die Modernisierung der Filiale ab Mai 2025 geplant sei, um die Hygiene und die Schädlingsbekämpfung zu verbessern.



Doch das ist nicht der einzige Fall, bei dem sich wohl nicht nur den Reportern die Nackenhaare aufstellten. Eine andere Undercover-Reporterin in Bad Tölz berichtet von Schimmelbefall bei Lebensmitteln, die in der Frischetheke zum Verkauf ausliegen oder völlig zugefrorenen Tiefkühlschränken und auslaufendem Wasser, das ebenfalls ein guter Nährboden für Schimmel und andere Keime sein können. Überlastete Mitarbeiter erzählen dem „Team Wallraff“ von einem hohen Zeitdruck, unter dem hygienische Standards nicht eingehalten werden könnten. Unterm Strich bleibt das schockierende Ergebnis, das bei 48 der 50 untersuchten Märkte teils gravierende und gesundheitsgefährdende Hygienemängel festgestellt wurden.

Mit den Ergebnissen und Vorwürfen konfrontiert, heißt es von Kaufland: „Die Frische und Qualität unserer Produkte haben für uns kompromisslose Priorität, hier dulden wir keine Abweichungen. Unsere Mitarbeiter werden hierzu regelmäßig geschult. In allen Bereichen haben wir definierte Prozesse zum korrekten Umgang mit Lebensmitteln, deren Einhaltung durch Kontrollsysteme dokumentiert, überwacht werden. Die von Ihnen bemängelten Kühlmöbel sind zum überwiegenden Teil noch Altgeräte, die im Rahmen umfangreicher Investitionen nach und nach ausgetauscht werden. Beschlagene Scheiben sowie austretendes Kondenswasser haben keine Auswirkungen auf die Funktion der Geräte. Das stellen wir durch täglich protokollierte Temperaturkontrollen in allen Filialen sicher. Ergänzend zu laufenden und anlassbezogenen Reinigungen lassen wir unsere Kühlmöbel zwei Mal im Jahr umfangreich warten.“

Die ganze Enthüllungsrecherche des „Team Walraff“ bei Kaufland kannst du auch nachträglich bei RTL+ sehen.