In Erfurt sorgt das Krämerbrückenfest erneut für heftige Diskussionen. Der Ton in der Kulturpolitik wird rauer.
Die Planungen für das diesjährige Fest sind unklar. Die Kulturdirektion legte lediglich eine Stellungnahme von eineinhalb Seiten vor. Für viele ist das zu wenig. Das berichtet die „Thüringer Allgemeine“.
Erfurt: Alt-OB spricht von „Zumutung“
Auch im zweiten Anlauf bleibt die Kulturdirektion der Stadt eine klare Antwort schuldig, wie sie das bedeutendste Stadtfest Erfurts inhaltlich gestalten will (wir berichteten). Im Kulturausschuss trifft das auf scharfe Kritik, vor allem für CDU-Stadtrat und Alt-OB Manfred Ruge.
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„Diese Antwort ist eine Zumutung“, sagte Ruge im Ausschuss laut „Thüringer Allgemeine“. Das Schreiben enthalte kaum Informationen zur inhaltlichen Ausrichtung des Erfurter Festes. Besonders vermisst er Aussagen zur Eröffnung durch Till Eulenspiegel oder zur Eröffnungsfeier insgesamt.
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Der Alt-Oberbürgermeister geht noch weiter: Es handele sich um eine „Verdummung des Stadtrats“, der mit diesem Schreiben lediglich abgespeist werden solle. Er warnt davor, dass sich die „Fehler der letzten zwei Jahre Krämerbrückenfest“ wiederholen. Statt kultureller Vielfalt sehe er eine Entwicklung hin zum reinen Musikfestival. Das stoße vielerorts auf Kritik, die auch bei der Planung für 2025 berücksichtigt werden müsse.
Erfurt: Kulturdirektor verteidigt Ausrichtung
Ruge betont die besondere Bedeutung des diesjährigen Festes. Es ist der einzige Beitrag der Stadt zur 700-Jahrfeier der Krämerbrücke. Entsprechend groß sei die Verantwortung, so der CDU-Politiker. Inhalte müssten stärker an die Geschichte und die Tradition des Wahrzeichens anknüpfen.
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Kulturdirektor Christian Horn weist die Vorwürfe zurück. Die neue Stellungnahme sei „durchaus konkreter gefasst“, als nur Musik-Orte zu nennen. Laut Horn gebe es mehr Bühnen mit Akteuren, Künstlern und Gruppen aus Erfurt als in den Vorjahren. Die Neuorientierung bezeichnet er als Erfolg und nennt „steigende Sponsorengelder“ als Beleg.Horn fordert zudem Respekt für die Arbeit der Kulturdirektion. „Dass jemand ‚abgespeist‘ werde, weise ich zurück“, sagte er im Ausschuss. Mehr zum Konflikt liest du bei der „Thüringer Allgemeinen“ (>>> HIER geht’s lang),